„Wenn ich so unterwegs bin, da komme ich mir nie alleine vor, da komme ich mir nie einsam vor.”

Milli Bau war eine Darmstädter Journalistin und Fotografin, deren weltweite Reisen und eindrucksvolle Bildreportagen sie zu einer Pionierin des deutschen Fotojournalismus machten. Mit Mut, Neugier und einem einzigartigen Blick für Menschen und Kulturen dokumentierte sie über Jahrzehnte die Welt – lange bevor globales Reisen selbstverständlich wurde. Ihr Werk steht für Weltoffenheit, kulturelle Verständigung und die Stärke einer Frau, die ihren eigenen Weg ging.
Sie unternahm ab 1948 über 40 große Reisen, viele davon allein – darunter Touren durch Nordafrika, Pakistan, Indien, China, Ägypten, Sri Lanka, die Türkei und den Iran. Ihre Fotografien dokumentieren Begegnungen, Kulturen und Landschaften aus einer Zeit, in der solche Reisen für Frauen nahezu unvorstellbar waren.
Besonders bekannt wurde sie durch ihre Teilnahme an einer dreijährigen Südamerika-Expedition (als einzige Frau) sowie durch ihre späteren Solo-Reisen im umgebauten VW-Bus.
Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete sie im Kulturressort der neu gegründeten Zeitung Die Welt und entwickelte sich zu einer der prägendsten Reisejournalistinnen ihrer Zeit.
